Death Fragments - Buchner, 23 years old
Tetsuo Furudate, Edwin van der Heide
Theater Bielefeld ab 16.04.2011
Resümee Einige Themen tauchen immer wieder in Büchners Schriften auf: 1) Der Tod 2) Klänge 3) Ich möchte den Klang und Widerhall Oberlins Stimme in Lenz’ Kopf wiedererschaffen. Ich frage mich, ob Oberlins Verhalten Lenz gegenüber gut oder schlecht, falsch oder richtig war. Es erinnert mich an die tragische Korrespondenz zwischen Artaud und Riviére. Zum zweiten Mal nach 2008 ist das Theater Bielefeld als Spielort einer Uraufführung ausgewählt worden, die im Rahmen des »Fonds Experimentelles Musiktheater« stattfindet, einer gemeinsamen Initiative der Kunststiftung NRW und des NRW KULTURsekretariats. Ziel des Fonds ist es, ungewöhnliche Musiktheaterformate durch Kooperationen fester Häuser und freier Gruppen zu entwickeln. Die in diesem Jahr für Bielefeld ausgewählte Produktion setzt sich auf experimentelle Weise mit einer Figur auseinander, die zu ihrer Zeit selbst ein Experimentator war, ein Zeitgenosse der Zukunft: Georg Büchner. Im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts trat mit Büchner ein Dichter von fast unheimlicher Hellsichtigkeit auf den Plan. Seine Werke lassen einen staunen, wie weit die »Antennen« dieses bis zu seinem Tod jungen Mannes – Büchner starb schon mit 23 Jahren – reichten: Noch heute klingt seine Sprache und wirken seine Figuren modern, zeitgemäß, beklemmend und aufrüttelnd. Ausgehend vom Fragmentcharakter der Sprache Büchners setzen Tetsuo Furudate und Edwin van der Heide Büchners Texte auf eine Art in Szene, die zunächst einmal quer zu gewohnten Vorstellungen von »Dramatik« steht. Büchner kommt nicht im »stimmigen« Zusammenwirken von schauspielerischer Aktion, dramatischer Rezitation, Bebilderung und Lichtregie auf die Bühne. Death fragments ist vielmehr eine Komposition aus Sprache, elektronischer »Noise Music«, Licht und Bewegung, in der all diese Komponenten zunächst ihren eigenen Gesetzen folgen. Wenn sie sich dann im Raum und in der speziellen Aufführungssituation begegnen, entfalten sie ihre ganz eigene poetische Kraft: Einander ergänzend, ignorierend, sich reibend. Das Team um den japanischen Klangkünstler Tetsuo Furudate, der für das Konzept, die Textbearbeitung und die Komposition verantwortlich ist, hat einen ganz eigenen, faszinierenden Weg gefunden, das Verhältnis von Sprache, Musik, Aktion, Raum und Licht neu zu befragen. ---01.12.2010 Info of Fonds Experimentelles Musiktheater Theater am Alten Markt am Theater Bielefeld 16.04.2011, 19:30 Uhr (Premiere)
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